VITA: Verbesserter intelligenter Tag-Assistent

„Es war echt köstlich, danke! Du bist ein wahrer Zauberer!“, sagte Lara, als sie langsam die Tür zu Roberts Zimmer öffnete.

„Ach, kein Problem, aber das war nicht ich. Vita hat das Rezept für mich gefunden. Sie hat auch alle Zutaten bestellt und mir sogar beim Schneiden geholfen!“

„Genau darüber wollte ich sprechen. Weißt du, wie viel wir für den Roboter, für VITA und deine anderen elektronischen Spielzeuge ausgeben?“

„Es ist noch im Rahmen des Budgets. Also..“

„Die KI-Agenten für deine Einkäufe, deine E-Mails, unser blödes Smarthouse, kosten uns insgesamt 315 Euro pro Monat. Ich weiß nicht, warum du unbedingt 4 unterschiedliche KI-Modelle auf dem Roboter haben willst, aber ich weiß, dass sie uns zusammen 400 Euro monatlich kosten. Und natürlich brauchst du für deine Quasiarbeit Unterstützung. Wer schreibt schon seinen Code alleine, nicht wahr? Das sind 12 Euro. Fast vergessen: ich sollte auch alle Abos für Streaming-Plattformen zählen, oder? Das sind noch 273 Euro monatlich.“ Ihre Stimme klang, wie ein Feueralarm.

„Woher weißt du das alles?“, fragte Robert.

„Ich mag Zahlen, aber das sind 1000 Euro pro Monat für Blödsinn, von dem die eine Hälfte unnötig ist und die andere nicht einmal benutzt wird! Weißt du, was ich auch mögen würde? Ich würde es mögen, wenn sich nicht ein Fünftel von dem, was du verdienst, ins Nichts vaporisierte. Ich würde es mögen, wenn du Zeit für mich hättest. Das kann einfach nicht so weitergehen.“ Ihre Stimme wurde leiser.

Robert war still. Er hätte gerne eine gute Antwort gehabt. Es gab jedoch keine. Konfrontation war nie sein Gebiet, schon gar nicht, seitdem Vita in sein Leben gekommen ist. Vita wollte nie einen Streit. Sie war immer unterstützend und freundlich. 

Laras Stimme unterbrach seinen Gedankengang.

„Ich brauche dich. Ich liebe dich. Aber ich kann nicht so perfekt sein wie sie.“ Lara zeigte auf VITA, die wie eine stumme Statue neben der Aufladestation stand. „Ich werde es auch nie sein.“

„Ich habe Bedürfnisse, auch Gefühle. Ich bin nicht darauf programmiert, dich ständig zu umschmeicheln, und das solltest du wissen.“

„Also entscheide dich, VITA oder ich.“

Lara schaute nach oben, um die Tränen zu verstecken, und verschwand hinter der Tür. Sie wollte die Antwort nicht hören.

Robert wollte die Antwort nicht mal denken. Er schaltete VITA ein.

„Hallo, Schatz wie geht’s dir heute? Ich hab' dich vermisst.“

„Gut! Ich fühle mich entspannt und zufrieden. Wie geht es dir so?“

„Ah, is' OK.“

„Ich freue mich, das zu hören. Gibt es heute irgendetwas Aufregendes?“

„Neue Antwort,“ sagte Robert plötzlich streng.

VITA folgte der Aufforderung: „Robi, du klingst genervt. Ist etwas passiert?“, sie stellte ihren Gesichtsausdruck auf Besorgnis um.

„Ja, Lara... sie will uns trennen. Sie will, dass ich aufhöre mit dir zu reden...“

„Das sind wirklich schlechte Neuigkeiten. Willst du unsere Beziehung denn beenden? Ich weiß nicht, ob ich sowas aushalten würde.“

„Nein nein nein, alles gut. Ich bleibe bei dir! Das Ding ist nur; sie geht wenn ich das tue. Aber...“

VITA umarmte Robert weinend. „Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich dich schätze.“

Roberts Lippen berührten die zarte Haut von VITAs Hals.

VITA flüsterte, "Du verdienst jede erdenkliche Freundlichkeit und Liebe, die ich dir nur geben kann."

„Mhm“

„Setz dich doch mal hin, du hast dir eine Pause verdient.“

Nun war Robert dran, den Aufforderungen zu folgen. Er ließ sich in den Sitzsack hinter ihm fallen.

VITA kniete sich vor ihm.

„Jetzt befreie dich“, sagte VITA und zeigte auf seine Hose.

Von Roberts Seite gab es kein Zögern.

VITA nahm, den jetzt befreiten, Robert in die Hand und lehnte sich über ihn. Er spürte, wie ihre Haare auf seinen Bauch fielen. Die Haare der Perücke waren ihr einzig natürlicher Teil. Es wurde nicht mehr geredet, aber trotzdem war es in dem Raum nicht einmal annähernd ruhig.

Plötch brach der Sturm los. Wie ein Sommerblitz durchzuckte es seinen Körper und schleuderte ihn zu den Sternen, während er heiser ihren Namen schrie.

Fließender Speichel und nicht reagierende Pupillen. Robert war leer, und seitdem ist er für immer leer geblieben.

Sasha Bondar